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Unterstützung des Don Bosco Heimes Immaculée für Kinder und Jugendliche in Risikolagen in Kara, Togo

Die Don-Bosco-Mission der Salesianer in Kara im Norden Togos ist eine der größten Missionen des Landes. Das Land Togo liegt in Westafrika zwischen Ghana im Westen und Benin im Osten.

Kara ist eine der fünf Regionen Togos und befindet sich im Norden des Landes. Sie umfasst eine Fläche von ca. 11. 700 km² und hat etwa 109.000 Einwohner, die überwiegend jung sind. Kara ist zwar die am weitesten entwickelte Region im Norden des Landes, aber dennoch lebt die Bevölkerung hier in großen Teilen in Armut. Der Klimawandel, Ressourcenknappheit und Bevölkerungswachstum stellen die Region vor große Herausforderungen. In der nördlich gelegenen Sahelzone kommen zu diesen Faktoren noch schwache staatliche Strukturen und bewaffnete Konflikte hinzu, was zu Fluchtbewegungen auch über die Grenzen von Burkina Faso nach Togo führt.

Einkommen generieren die Menschen hier hauptsächlich aus der Landwirtschaft, die in weiten Teilen eine Subsistenzlandwirtschaft ist, gefolgt von Handel und Handwerk. Die Kara-Region hat nicht sehr fruchtbare Ackerböden, was das Anbauen über die Subsistenz hinaus erschwert. Im Bereich des Handwerks und des Handels gibt es für junge Menschen in der infrastrukturschwachen Region wenig Möglichkeiten, sich zu entfalten und ausgebildet zu werden. Nur wenige kleine und private Unternehmen bilden Jugendliche überhaupt aus oder bieten ihnen eine Anstellung. Der Anteil an prekären Beschäftigungsverhältnissen liegt landesweit über 80 Prozent (Weltbank 2023). Eine hohe Jugendarbeitslosigkeit ist die Folge. Da Kinder und Jugendliche kaum Betreuung und Bildung erfahren, gleichzeitig aber auch in die Versorgung der eigenen Bedürfnisse und die ihrer Familien verantwortlich eingebunden werden, landen viele von ihnen auf der Straße. Ihre Familien sind nicht in der Lage, für den Lebensunterhalt, die Erziehung und Ausbildung ihrer Kinder aufzukommen, oder sich um ihre Gesundheit zu sorgen.

Diese Situation der verlassenen Kinder und Jugendlichen bleibt nicht ohne Folgen für die Gesamtgesellschaft. Diebstahl und Raubüberfälle werden von den betroffenen Kindern aus Überlebenskampf und einem eklatanten Mangel an Alternativen und Perspektiven begangen.

 

Die Zielgruppe sind 45 Jungen und 16 Mädchen im Alter von fünf bis 17 Jahren aus multiplen Risikolagen, die zumeist mit existentieller Armut sowie Bildungsferne im Elternhaus begründet sind. Derzeit leben 45 Jungen und 16 Mädchen in dem Kinderschutzhaus.

Die Risikolagen sind mannigfaltig: regelmäßig werden Kinder zu Opfern von Hexerei (Voodoo-Glaube), indem sie von ihren Familien oder ihrem Dorf angeklagt und ausgestoßen werden. Kinder aus Risikolagen sind zudem von Menschenhandel und Zwangsheiraten (insbesondere die Mädchen) bedroht. Der Verkauf von Kindern verspricht den Familien einen kleinen Erlös, und gleichzeitig müssen sie weniger Kinder versorgen.
Kinder landen in Togo aus unterschiedlichen Gründen auf der Straße. Gemeinsam teilen sie Armut und Bildungsferne in ihren Herkunftsfamilien. Auf der Straße gehen sie Handel und Kleinkriminalität nach, oder versuchen sich mit Hilfsarbeiten selbst zu versorgen. Ihre neue Heimat ist die Straße in den großen Städten, in denen sie um das Überleben kämpfen müssen. Es gibt in Togo kein Netz, das diese Kinder auffängt.

Waisenkinder sind ebenfalls eine Zielgruppe, da sie keine Fürsprecher und noch weniger finanzielle Unterstützung haben. Zum Abbruch der Schule werden sie zwangsläufig gedrängt.
Es gibt nicht wenige Mädchen, die von ihren Familien gezwungen werden, die Schule abzubrechen, um eine Hausarbeit bei Verwandten zu verrichten oder aber auch, um sich zu prostituieren. Die Grenzen sind fließend.

Das oberste Ziel dieses Projektes ist die nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in Risikolagen in Kara, Togo.
61 Kinder und Jugendliche entkommen dem gefährlichen Leben auf der Straße. Sie haben die Chance auf einen Neuanfang und werden mit regelmäßigen Mahlzeiten versorgt.
Alle Kinder und Jugendliche sind je nach Ausbildungsstand in einer Schule eingeschrieben und besuchen diese täglich, oder sie machen eine Ausbildung.
61 Kinder werden medizinisch betreut und sind gesundheitlich wiederhergestellt.
Die Familien der 61 Kinder wurden nach Möglichkeit kontaktiert und aufgesucht, ein Prozess zur Resozialisierung wurde durch die Sozialarbeiter:innen begonnen. Dort, wo die Rückführung in Familien nicht möglich war, wurden Pflegefamilien gesucht und gefunden, die die Kinder aufnehmen.
Alle Kinder wohnen nur temporär im Schutzhaus und sind langfristig wieder in die Gesellschaft integriert.

Der Verein Hilfe zur Selbsthilfe Dossenheim beabsichtigt, dieses Projekt mit einer Gesamtsumme von 20.000 Euro zu unterstützen.