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Aktuelles

Die aktuellsten Geschehnisse rund um unseren Verein.

Bericht in der RNZ zur Mitgliederversammlung

Die Ehrenamtlichen des Vereins um den Vorsitzenden Matthias Weber (5.v.l.). Foto: Alex
Donnerstag, 7. Mai 2026

Pfarrer Weber sorgte für die Erlösung

Verein Hilfe zur Selbsthilfe hat nach langer Suche neuen Vorsitzenden – Geistlicher übernimmt Vorstand – Viele Projekte weltweit

Dossenheim. (dw) Bis zuletzt bangten die Mitglieder der „Hilfe zur Selbsthilfe“ um die Zukunft ihres Vereins. Am Ende atmeten alle auf. Matthias Weber, Pfarrer der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde, erklärte sich bei der Mitgliederversammlung bereit, für das Amt des Ersten Vorsitzenden zu kandidieren. Er wurde bei einer Enthaltung von 42 Wahlberechtigten gewählt. Im Rathaussaal wurde applaudiert. Der Brandbrief von Jochen Matenaer, jetzt sein Vorgänger, habe ihn bewogen, sich zu engagieren, sagte er bei seiner Vorstellung „Das ist eine tolle Wortmeldung“, war Bernhard Willwert als Wahlleiter erleichtert.

Nachdem der heutige Ehrenvorsitzender Helmut Merkel aus dem Amt geschieden war, war Gründungsmitglied Matenaer in die Presche gesprungen. Von Anfang an aber erklärte er, das Amt des Vorsitzenden nur vorübergehend zu übernehmen. Er dachte dabei an ein Jahr. Vor zwei Jahren, als die turnusgemäße Neuwahl anstand, war noch kein Nachfolger in Sicht. Die ungelöste Frage beschäftigte sehr. Gleichwohl gelang es dem Verein, seine engagierte Arbeit fortzusetzen. Nach wie vor leistet er in weit entfernten Länden wertvolle Hilfe.

Ziel ist, Kinder und Jugendliche Bildung und Ausbildung zu ermöglichen. Sie sollen in die Lage versetzt werden, ein eigenständiges, selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben in ökonomischer Freiheit zu leben. Für dieses Ziel setzt sich der Verein seit weit über 40 Jahren ein. Auch 2025 wurde in Nepal, Kongo, Nigeria, Togo, Brasilien, Philippinen, Südafrika und Tansania Hilfe im Volumen von rund 286.164 Euro geleistet, wie Kassenwart Günter Lehr berichtete.

Die Zusammenarbeit erfolgt überwiegend mit Don Bosco Mondo. Auch in diesem Jahr war Projektreferent Daniel Knäble anwesend. Er berichtete über mehrere Projekte, an deren Finanzierung sich der Verein insbesondere im Vorjahr beteiligt hat. Ausführliche Informationen sind im druckfrischen Jahresbericht nachzulesen. Fotos dokumentieren den Erfolg. Bemerkenswert ist und bleiben die Kinderaugen, die aus neugierig offenen Gesichtern schauen.

So zum Beispiel in Togo. Dort erhielten 45 Jungen und 16 Mädchen Unterstützung. In bildungsferne Familien hineingeboren, waren sie von existenzieller Armut bedroht. Mädchen werden oftmals von ihren Familien zu Schulabbruch und Prostitution gezwungen. Knäble sprach von „multiplen Risikolagen“. Die dortige Mission gibt ihnen einen Platz im Schutzhaus. Sie besuchen die Schule oder machen eine Ausbildung. Es wird versucht, sie in ihre Familie zurückzuführen. Wo dies nicht möglich ist, werde eine Pflegefamilie gesucht. Ein Anwesender fragte nach örtlichen Vertrauenspersonen. Man kooperiere nur mit ausgewählten Projektleitern, die auch regelmäßig berichteten, versicherte Knäble. Das Geld käme an, wo es gebraucht würde.

Michael Huber berichtete von Initiativen, die der Verein selbstständig durchführt. So die Unterstützung an Sister Joyce. Sie ist Gynäkologin, die gegen die welthöchste Müttersterblichkeit in Nigeria ankämpft. Sie führt auch für Patientinnen kostenlose Operationen durch. Der Verein Hilfe zur Selbsthilfe greift ihr finanziell unter die Arme. Ähnlich das Projekt der „Kinderkrippe“ in Brasilien, das mit einem Benefizkonzert hier monetär unterstützt werden konnte. Brigitte Litterer, Zweite Vorsitzende, dankte dem „Verein zur Pflege der Live-Musik“ für die Zusammenarbeit. Überhaupt unterstützen sich Vereine gegenseitig. Ihr Dank ging auch an den Reiterverein, die DJK, den Verein Bürgerbus, der mit seiner Aktion ein Projekt in Kapstadt förderte sowie an die Gemeinde für die Nutzung des Rathaussaals.

Bis auf zwei Beisitzer kandidierte der übrige Vorstand erneut. Alle wurden in ihren Ämtern bestätigt. Matthias Saur rückte als neuer Beisitzer nach. Matenaer, der aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Sitzung teilnahm, wurde explizit gedankt. Er wird beruhigt sein.