Ein Weihnachtsgeschenk geht seinen Weg

Sister Joyce in Nigeria ist den Lesern sicherlich mittlerweile ein Begriff. Wir haben schon häufiger über diese Ordensfrau und Gynäkologin in Abuja berichtet und sie hat ja auch Dossenheim schon mehrmals besucht. Neben ihrer täglichen Arbeit in der Klinik operiert sie mittellose Frauen umsonst und finanziert das mit Zuwendungen. Der Verein „Hilfe zur Selbsthilfe“ hatte ihr vor Weihnachten die Summe von 3.000 Euro überwiesen, in der verschiedene Spenden enthalten waren. Vor einigen Tagen hat sie die letzten Reserven davon ausgegeben. Sie hat das Geld in sehr unterschiedliche Aktivitäten investiert. Zunächst hat sie eine kleine Party veranstaltet, um allen zu danken, die ihr ein Jahr lang bei den Operationen geholfen haben. Darüber hinaus hat sie den Ärzten und Schwestern ein Geldgeschenk von je 20 Euro gegeben. Für das Reinigungs- und Sicherheitspersonal hat sie Reis abgepackt und allen je einen dieser Beutel überreicht. So erhält sie sich deren Unterstützung für die Operationen.

Außerdem hat sie zwei Free Clinics organisiert – eine vor dem Jahreswechsel und eine danach – bei denen die Menschen gratis ärztlich untersucht und beraten wurden. Dazu gehörte auch die Ausgabe von Medikamenten und Lebensmitteln. Meistens macht sie diese eigenen Aktionen in dem Slum Okpoko, wo sie selbst aufgewachsen ist. Wer sich die Bilder und Videos genau ansieht, erkennt leicht, dass das anspruchsvolle Veranstaltungen sind. Manchmal schlägt es in Aggression um und sehr oft wird anschliessend gemeinsam getanzt. Sister Joyce ist zwar Ärztin und Ordensfrau, aber eben auch eine authentische Frau aus Afrika.
Ja, und dann hat sie natürlich auch operiert. Insgesamt hat sie von unserer Spende neben den genannten Aktivitäten acht Patientinnen chirurgisch versorgt. Dieses Mal waren auch sehr dringende und kritische Krankheitsbilder darunter. Für die betroffenen Frauen ist das immer eine ganz besondere Chance und sie erzählen das gerne weiter. Was dazu führt, dass immer mehr Anfragen kommen. Mittlerweile sind es 26 registrierte Personen auf der Warteliste. Man kann sich sicherlich vorstellen, dass es nicht leicht ist, damit umzugehen. Ich sage ihr dann oft, dass sie alleine auch mit unserer Unterstützung nicht die ganze Welt retten kann. Aber egal wie man es dreht und wendet – es klingt immer etwas zynisch.
Sie ist sehr glücklich und dankbar, dass wir – d.h. unsere Spender – ihr die Möglichkeit geben, so viel Freude weiter zu geben. Und wenn weitere Spenden für sie bei uns eingehen, kann sie die vielen bedürftigen Frauen auf der Warteliste vielleicht auch noch versorgen. Alle, die das lesen, können mit ihrem Beitrag auf unser Vereinskonto diese Hilfe ermöglichen. Bitte geben Sie als Verwendungszweck „Sister Joyce“ an.
Spendenkonto IBAN DE62 6729 1700 0085 4300 09, Volksbank Heidelberg-Neckartal eG